(wmu) Dass sie Bürger einer “Energiegemeinde” sind bewies eine große, bunt gemischte Interessentengruppe mit ihrer Teilnahme an der Informationsfahrt des
SPD-Ortsvereins Waldalgesheim/Genheim zum Braunkohletagebau Garzweiler II im Rheinischen Braunkohlerevier.
Die Frage nach Ersatzenergien beschäftigt viele Verbraucher nach dem Atomausstieg. Besonders in der damit verbundene weitere CO2 –Belastung durch
fosslile Enegieträger wie Kohle und Erdöl verbirgt sich eine der vordringlichsten Bedenken. Dieser Frage war einer der Beweggründe des Ortsvereins, mehr Information vor Ort zu erhalten, um
qualifiziert an den Diskussionen teilnehmen zu können.
Bei der Veranstaltung im RWE-Informationszentrum ging es daher um die Themen: Gewinnung, ortsnahe Verarbeitung, Rekultivierung, sozial veträgliche Umsiedlung,
der vom Tagebau betroffenen Bevölkerung, Rauchgasreinigung, CO²-Abspaltung und -Nutzung statt Verpresseung in Endlagerstätten.
Bei der Nutzung bieten sich verschiedene Alternativen an. Als technische Gase finden sie bereits Verwendung ebenso wie im Biotechnischen Bereich in der
Landwirtschaft. Chemische Umwandlung durch Trennung von Kohlen- und Sauerstoff sowie die direkte Umwandlung durch Bakterien in Biomasse befinden sich noch in der Forschungs- bzw. In der
Erprobungsphase. (Eine DVD über diese Anwendungen, Versuche und Forschungen kann in der Begenungsstätte der AWO an den Öffnungszeiten zur Ansicht ausgeliehen werden.)
Die Technologien sollen nach Auskunft von RWE, sobald anwendbar, in den neuen Kraftwerken der Region zur Anwendung kommen. Die Energieversorgung scheint also
auch ohne Atomstrom unter annehmbaren Umweltbedingungen gesichert zu sein!
In den Diskussionen, besonders im Bereich der Rekultivierung und der Umsiedelung, -die Waldalgesheimer sind darin erprobt-, zeigten sich die Teilnehmer ebenso
kompetent wie die Referentin, die sich zuvor auf der Homepage von Waldalgesheim kundig gemacht hatte und keine Antwort schuldig blieb.
Höhepunkt war die Fahrt durch den Tagebau mit dem weltgrößten Schaufelradbagger. Dessen wahre Ausmaße wurden besonders durch die 6m³ fassenden Baggerschaufeln
bewusst. Das Bild zeigt deutlich den Größenvergleich.